Bei Ausdauerbelastung, insbesondere bei Hitze, verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Dieser Verlust kann dazu führen, dass sich Milchsäure (Laktat) im Blut schneller ansammelt, was als eines der Hauptzeichen körperlicher Ermüdung gilt und die Leistungsfähigkeit begrenzt.
In dieser Studie wurde untersucht, ob die Aufnahme von mikrogefiltertem, sterilisiertem Meerwasser vor dem Laufen einen positiven Einfluss auf Ermüdung und Stoffwechsel hat. Erfahrene Läufer tranken kurz vor einer langen Laufeinheit entweder eine kleine Menge Meerwasser oder normales Wasser.
Das Ergebnis zeigte klar: Nach der Belastung war der Laktatwert im Blut bei den Läufern mit Meerwasser deutlich niedriger. Das deutet darauf hin, dass der Körper unter Belastung effizienter arbeiten konnte und weniger schnell in einen ermüdenden Stoffwechselzustand geriet.
Die Forscher führen diesen Effekt auf die natürliche Kombination von Mineralstoffen und Spurenelementen im Meerwasser zurück. Diese Stoffe gehen beim Schwitzen verloren und sind wichtig für Muskelarbeit, Nervenfunktion und den Energiehaushalt.
Fazit: Eine kleine Menge aufbereiteten Meerwassers vor dem Training kann helfen, Ermüdung zu reduzieren und die Belastbarkeit bei Ausdauerbelastungen – besonders bei Hitze – zu verbessern.
Hintergrund
Ausdauertraining in warmen Umgebungen stellt eine besondere Belastung für den Körper dar. Durch Schwitzen kommt es zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, die das Blutvolumen, die Temperaturregulation und den Energiestoffwechsel beeinträchtigen. Eine bekannte Folge ist eine frühere und stärkere Laktatbildung, die mit muskulärer Ermüdung, Leistungseinbruch und subjektiver Erschöpfung einhergeht.
Neben herkömmlichen Rehydrierungsstrategien rückt zunehmend die Rolle mineralstoffreicher Lösungen in den Fokus. Meerwasser enthält neben Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium auch zahlreiche Spurenelemente, die für enzymatische Prozesse, Muskelkontraktion und den Säure-Basen-Haushalt relevant sind.
Studiendesign
Die Untersuchung wurde als randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie durchgeführt. Erfahrene männliche Läufer absolvierten zwei identische Laufeinheiten bei hoher Umgebungstemperatur.
Kurz vor dem Lauf tranken sie entweder:
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mikrogefiltertes, sterilisiertes Meerwasser oder
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die gleiche Menge normales Wasser.
Während des Laufes wurde gezielt ein Flüssigkeitsverlust herbeigeführt, um realistische Wettkampfbedingungen bei Hitze zu simulieren. In regelmäßigen Abständen wurde der Laktatwert im Blut gemessen, um die metabolische Belastung zu beurteilen.
Zentrale Ergebnisse
Reduzierte Laktatbildung
Nach der Belastung war die Laktatkonzentration bei Meerwasseraufnahme deutlich geringer als nach normalem Wasser. Dies spricht für eine effizientere Energiebereitstellung und eine geringere Übersäuerung der Muskulatur.
Bessere metabolische Stabilität
Die niedrigere Laktatbildung deutet darauf hin, dass Meerwasser den Körper dabei unterstützt, den Übergang in stark ermüdende Stoffwechselprozesse hinauszuzögern. Dies ist besonders relevant bei längeren Belastungen unter Hitze.
Keine Überlastung durch Trinkmenge
Da nur eine kleine Flüssigkeitsmenge vor dem Lauf aufgenommen wurde, kam es nicht zu Magenbelastung oder Leistungsnachteilen durch übermäßiges Trinken. Die Wirkung scheint daher nicht auf Flüssigkeitsmenge, sondern auf Mineral- und Spurenelementzusammensetzung zurückzuführen zu sein.
Mögliche Wirkmechanismen
Die Autoren diskutieren mehrere Erklärungsansätze:
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Ausgleich von durch Schwitzen verlorenen Elektrolyten
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Stabilisierung des Säure-Basen-Gleichgewichts
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Unterstützung der Muskel- und Nervenfunktion
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indirekte Verschiebung der Laktatschwelle zu höheren Belastungen
Die Mineralstoffe könnten gemeinsam dazu beitragen, den Stoffwechsel länger im aeroben Bereich zu halten und so Ermüdung zu verzögern.
Einordnung und Grenzen
Die Studie zeigt akute Effekte bei einmaliger Einnahme unter klar definierten Bedingungen. Die Autoren weisen darauf hin, dass Zusammensetzung und Herkunft von Meerwasser entscheidend sind und die Ergebnisse nicht automatisch auf jedes Produkt übertragbar sind.
Langfristige Effekte, optimale Dosierungen und mögliche Unterschiede zwischen Trainings- und Wettkampfsituationen müssen in weiteren Studien untersucht werden.
Schlussfolgerung
Die Einnahme von mikrogefiltertem Meerwasser vor einer Ausdauerbelastung kann die Laktatbildung senken und die metabolische Ermüdung reduzieren, insbesondere bei Training unter Hitze. Die Wirkung beruht vermutlich auf der synergistischen Kombination natürlicher Mineralstoffe und Spurenelemente.
Die Studie unterstützt den Ansatz, dass gezielte Mineralstoffzufuhr eine sinnvolle Ergänzung klassischer Hydrierungsstrategien bei Ausdauersportlern darstellen kann.